fracto — Stück für Stück

Frau bei der Toilette

Berthe Morisot — 1875–1880. Eine Frau ist von hinten dargestellt und hebt die Hand an ihr hochgestecktes Haar. Ohrringe und ein dunkles Samtband am Hals gehören noch zu ihre

Wie bleibt die Spiegelung der Frau offen?

Die lockere Malerei lässt die Spiegelung der Frau offen.

Eine Frau ist von hinten dargestellt und hebt die Hand an ihr hochgestecktes Haar. Ohrringe und ein dunkles Samtband am Hals gehören noch zu ihrer Ballkleidung. Berthe Morisot zeigt den Augenblick danach, am eigenen Toilettentisch. Ihr heller Pinselstrich verbindet das Kleid mit der blumig gemusterten Umgebung; Konturen lösen sich besonders an Schulter und Ärmel in kurze Farbbewegungen auf. Links steht der Spiegel, doch sein Bild bleibt undeutlich. So entsteht kein zweiter klarer Blick auf das Gesicht. Morisot setzt ihre Signatur ausgerechnet an den unteren Spiegelrand. Das zwischen 1875 und 1880 entstandene Gemälde wurde 1880 in der fünften Impressionistenausstellung gezeigt. Die häusliche Szene wird durch ihre offene Malweise zu einer Beobachtung des modernen Pariser Lebens.

Impressionismus

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