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Epochen und Bildwelten.

Epochen und Bildtraditionen nach Regionen kennenlernen: historische Zusammenhänge, Künstler und ausgewählte Werke.

Europa & Mittelmeerraum

Eine kunsthistorische Orientierung mit Wurzeln im Mittelmeerraum und Europa. Ihre Einteilung ist nützlich, aber keine vollständige Weltgeschichte.

Anfänge

bis ca. 3000 v. Chr.: Prähistorie. Höhlenbilder, Ritzungen und kleine Figuren belegen frühe Formen der Bildgestaltung. Material, Fundort und Gebrauchsspuren helfen, ihre Bedeutung einzugrenzen.

Altertum

ca. 3100 v. Chr.–400 n. Chr.: Ägypten. Relief, Malerei und Skulptur ordnen Figuren, Schrift und Raum über lange Zeit in wiedererkennbaren Formen.

3.–1. Jahrtausend v. Chr.: Mesopotamien. Siegel, Reliefs und Bauformen verbinden Bilder mit Städten, Herrschaft und Schriftkulturen zwischen Euphrat und Tigris.

ca. 1050–150 v. Chr.: Griechenland. Vasenbilder, Architektur und Skulptur entwickelten sich in unterschiedlichen Orten und Zeiten der griechischen Welt. Figurenhaltung und erzählende Details zeigen, wie sich diese Bildsprachen veränderten.

ca. 5. Jh. v. Chr.–5. Jh. n. Chr.: Rom. Porträt, Wandmalerei, Skulptur und Architektur verknüpften Bildproduktion mit Stadt, Provinzen und Erinnerung.

Mittelalter

4.–15. Jahrhundert: Frühchristlich & byzantinisch. Mosaik und Ikone entwickelten feste Bildtypen für religiöse Räume. Tragbare Bilder und kostbare Materialien trugen diese Formen über weite Entfernungen.

ca. 500–1200: Vorromanik & Romanik. Architektur, Wandmalerei und Buchkunst verbinden erzählerische Bilder mit klösterlichen und städtischen Räumen. Figuren, Ornamente und Schrift werden zu einer gemeinsamen Bildordnung.

ca. 1140–1500: Gotik. Tafelbilder, Altäre und Buchmalerei verfeinern Erzählung, Farbe und Goldgrund. Gesten und räumliche Details machen religiöse Erzählungen zunehmend anschaulich.

Frühe Neuzeit bis Gegenwart

ca. 1400–1600: Renaissance. Perspektive, Naturbeobachtung und neue Vorstellungen der Figur veränderten Bildräume in verschiedenen europäischen Zentren.

ca. 1520–1600: Manierismus. Gespannte Proportionen, ungewöhnliche Räume und intensive Farbe nehmen bewusst Abstand von harmonischer Ordnung. El Grecos Bild macht diese Verschiebung sichtbar.

ca. 1600–1750: Barock. Licht, Material und Bewegung verdichten Bilder zu nahen Ereignissen. Vermeers Stadtansicht zeigt eine stille niederländische Spielart innerhalb eines viel größeren Feldes.

ca. 1730–1780: Rokoko. Leichte Farben, Bewegung und elegante Oberflächen prägen viele höfische und städtische Bildwelten. Carrieras Porträt bietet einen konkreten Blick auf diese Bildsprache.

ca. 1760–1830: Klassizismus. Antike Stoffe und klar gegliederte Figuren wurden zu Mitteln für moralische, politische und private Erzählungen. Antike Vorbilder wirken dabei bis in Landschaft und Alltagsgegenstände hinein.

ca. 1790–1850: Romantik. Wetter, Landschaft und Geschichte werden zu bewegten Erfahrungsräumen. Turners Schneesturm bündelt Licht und Naturgewalt, ohne die vielen Strömungen der Romantik zu ersetzen.

ca. 1840–1900: Historismus. Vergangene Stile wurden im 19. Jahrhundert zitiert, umgedeutet und neu kombiniert. Die Auswahl zeigt neugotische und Renaissance-Revivals an Gebrauchs- und Einrichtungsobjekten.

ca. 1840–1900: Realismus. Alltag, Arbeit und soziale Gegenwart treten mit nüchterner Aufmerksamkeit ins Bild. Courbets Porträt hält diesen Blick an einer einzelnen Person fest.

ca. 1860–1970: Moderne. Farbe, Fläche, Material und Blickpunkt werden selbst zum Thema. Kandinskys Troika eröffnet einen Weg in eine Moderne mit vielen, auch widersprüchlichen Programmen.

seit ca. 1970: Postmoderne. Zitate, Medienwechsel und die Frage nach Autorenschaft prägen viele Positionen seit den 1970er Jahren. Die Einordnung ist zugänglich; puzzlebare Werke folgen erst nach einer Rechteklärung.

Afrika

Der Kontinent umfasst viele eigenständige Kunstgeschichten. Material, Auftraggeber und gesellschaftlicher Gebrauch sind entscheidend für das Verständnis der Werke.

Eigenständige Kunstgeschichten

ca. 3100 v. Chr.–400 n. Chr.: Ägypten und das Niltal. Bild, Schrift und Architektur verbinden religiöse Aufgaben mit der Darstellung von Herrschaft und Person. Der lange Zeitraum umfasst sehr unterschiedliche Werkformen.

ca. 800–1500: Ife & Yoruba-Kunst. Terrakotta und Metallguss verbinden Stadt, Ritual und künstlerische Erfindung. Köpfe und Figuren verbinden sorgfältige Naturbeobachtung mit Vorstellungen von Rang und Identität.

ca. 1300–1897: Königreich Benin. Hofkunst entstand für Altäre und den Palast in Benin City. Die Plünderung von 1897 gehört zu den heutigen Museumsgeschichten dieser Werke.

ca. 8.–19. Jahrhundert: Sahel. Städte, Handel, Glaubenspraktiken und Werkstätten verbanden Regionen entlang der Sahara über viele Jahrhunderte.

Amerika

Die Kapitel nennen verschiedene Gesellschaften und Regionen. Textilien, Keramik und Bauwerke erfüllen dabei sehr unterschiedliche Aufgaben.

Gesellschaften, Regionen, Bildsprachen

ca. 1000 v. Chr.–900 n. Chr.: Maya-Regionen und Stadtstaaten. Die Maya-Regionen umfassten unterschiedliche politische und kulturelle Räume. Schrift und Figuren können auf denselben Bildflächen Ereignisse und Abstammung festhalten.

ca. 1000–1400: Mesoamerika nach 1000. Stadtstaaten, Königreiche und regionale Kulturen entwickelten Architektur, Bild und Ritual in Austausch und Spannung.

ca. 1000–1400: Anden: Textil, Keramik, Metall. Material und Technik erhielten in verschiedenen Andenregionen eigene politische und ökologische Bedeutungen.

19. Jahrhundert: Landschaft in Nordamerika. Maler wie Thomas Cole machen Landschaft zu einer Aussage über Natur und Gesellschaft. Weite Aussichten und sorgfältige Details lenken den Blick und prägen Vorstellungen des Landes.

19. Jahrhundert: Diné-Webkunst. Die vorhandene Decke öffnet einen begrenzten Zugang zu einer lebendigen Textiltradition. Sie steht nicht stellvertretend für die vielen Kunstgeschichten Nordamerikas.

Asien

Asien umfasst viele Kunstgeschichten. Die vorhandenen Werke öffnen einzelne Zugänge zu China und Japan, nicht einen Gesamtüberblick.

China & Japan

960–1279: Song-Dynastie. Monumentale Landschaft und konzentrierte Tusche machten Berge, Wasser und offene Fläche zu einer Sprache des Sehens.

1368–1911: Ming & Qing: Tuschemalerei. Bambus, Berge und offene Flächen verbinden Naturbeobachtung mit persönlicher Handschrift. Unterschiedliche Tuschespuren machen den Aufbau einer Landschaft nachvollziehbar.

1603–1868: Edo & Ukiyo-e. Farbholzschnitte verbanden Verlagswesen, handwerkliche Arbeit und Bilder von Reise, Stadt und Jahreszeit. Die große Welle ist ein präziser Einstieg in diese Welt.

Islamische Welt

Ein weiter, vielsprachiger Raum. Mogulmalerei bietet einen ersten Zugang zu Buchkunst, höfischen Werkstätten und dem Austausch von Bildideen.

Bücher, Räume, Werkstätten

7.–10. Jahrhundert: Neue Zentren und Medien. Architektur, Schrift, Textilien und Keramik entwickelten sich in vielen Regionen mit eigenen lokalen Geschichten.

13.–16. Jahrhundert: Bücher, Bilder, Austausch. Illustrierte Handschriften entstanden in Netzwerken von Höfen, Werkstätten und Handelswegen. Sie lassen sich nicht auf ein einzelnes Zentrum reduzieren.

16.–19. Jahrhundert: Mogulmalerei. Im Akbarnama lenken dicht gesetzte Figuren, Muster und Architektur den Blick durch ein Ereignis am Mogulhof.

Die Sammlung wird vorbereitet …

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