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fracto — Stück für Stück
Camille Pissarro
Werke von Camille Pissarro: Bildaufbau, Technik und Hintergrund, mit passenden Puzzles.
Camille Pissarro beobachtete Straßen, Plätze und Landschaften mit einem Sinn für Alltag und wechselndes Licht.
Wie machen verschiedene Pinselrichtungen Architektur und Verkehr beweglich?
Kurze, frei gesetzte Striche halten Fassaden, Kutschen und Passanten gleichermaßen in Bewegung.
Vom Fenster des Hôtel Garnier blickte Camille Pissarro Anfang 1893 auf die Place du Havre in Paris. Unten kreuzen sich Kutschen, Omnibusse und Passanten; darüber bilden die Fassaden eine breite, helle Wand. Am linken Rand ist ein Teil des Bahnhofs Saint-Lazare zu sehen. Die erhöhte Perspektive erlaubt es, viele kleine Bewegungen gleichzeitig zu erfassen. Pissarro hatte zuvor mit der systematischen Punktmalerei der Neoimpressionisten experimentiert. Hier kehrt er zu lockereren Pinselzügen zurück, die in verschiedene Richtungen laufen. Sie verbinden Verkehr, Straßenfläche und Gebäude zu einem lebhaften Gesamtbild. Einzelne Fahnen, Räder oder Hüte bleiben erkennbar, ohne den städtischen Zusammenhang zu unterbrechen. So schildert die Leinwand den modernen Alltag eines Platzes, dessen Betriebsamkeit von keinem einzelnen Ereignis abhängt.
Wie ordnen diagonale Pinselzüge den lichten Wald?
Der ruhende Mann und die Ziege liegen zwischen systematisch verschränkten Strichen und hellen Baumflächen.
Ein Mann ruht im lichten Wald bei Pontoise, daneben steht eine Ziege. Pissarro lebte seit 1872 in der Gegend und malte die große Landschaft in einer Zeit erheblicher Geldnot. Seine Pinselstriche folgen systematischen Diagonalen; ihre Verknüpfung verglich er mit Stricken. Die ruhige Szene ist also aus einer bewusst geordneten Malweise aufgebaut. 1879 war das Bild in der vierten Impressionisten-Ausstellung zu sehen.
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